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Empfängnisverhütung
Pille, Spirale, Kondom, Sterilisation

Als Empfängnisverhütung werden Methoden bezeichnet, die Geschlechtsverkehr ohne das Risiko einer Befruchtung ermöglichen oder dieses zumindest reduzieren.

Grundlagen

Grundsätzlich kann man zwei Methoden der Empfängnisverhütung unterscheiden:

* Verhinderung der Entstehung eines Embryo, also Verhinderung der Befruchtung der weiblichen Eizelle mit einen Spermium aus dem männlichen Sperma.
* Verhinderung der Einnistung eines entstandenen Embryo in der Gebärmutter -- der Embryo stirbt ab und wird ausgeschieden.

Zur ersten Gruppe gehören unter anderem die unten beschriebenen natürlichen Methoden, das Kondom, das "Diaphragma" und die Sterilisation. Zur zweiten Gruppe gehört unter anderem die sogenannte "Spirale". Die "Antibabypille" und andere hormonelle Methoden kombinieren beide Mechanismen, sodass wenn die Verhinderung der Entstehung des Embryos einmal fehlschlägt, zumindest die Einnistung verhindert wird.

Einige Gruppen, wie beispielsweise die katholische Kirche, lehnen manche der Methoden der ersten Art ab, lassen andere aber zu, unter Verweis auf das Naturrecht, und sprechen dann bewusst von natürlicher Familienplanung anstatt von Empfängnisverhütung. Aus ethischen Gründen werden auch Methoden der zweiten Art von vielen religiösen Menschen abgelehnt, häufig mit der Begründung, dass das menschliche Leben mit der Verschmelzung von Ei und Samenzelle beginnt und nicht erst mit der Einnistung. Somit stellt ihr Einsatz die Tötung menschlichen Lebens dar und entspricht dadurch einer Abtreibung.

In der Diskussion um Verhütung ist ein Thema die oft als ungleich empfundene Verteilung der Verantwortungsübernahme für die sichere Verhütung zwischen Mann und Frau ("Männer sollen mehr Verantwortung für die Verhütung übernehmen, und die Verantwortung nicht auf die Frau abwälzen."). Auch wenn Männern manchmal eine patriarchalische Einstellung als Grund für die mangelnde Verantwortungsübernahme vorgeworfen wird, so gibt es auch medizinische Gründe weshalb Männer statistisch gesehen weniger häufig die aktive Rolle in der Verhütung übernehmen.

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Methoden der Empfängnisverhütung

Im folgenden werden die verschiedenen Methoden der Empfängnisverhütung aufgezählt und eingeordnet. Zur Beurteilung der Sicherheit der verschiedenen Methoden dient der Pearl-Index. Der Pearl-Index gibt als Versagerquote an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie über ein Jahr hinweg mit der angegebenen Methode verhüten. Der Pearl-Index einer bestimmten Methode schwankt in den verschiedenen Untersuchungen durchaus. Dies liegt vor allem daran, welche Faktoren die Untersuchungen in ihrer Beurteilung berücksichtigen. Als eine grobe Orientierung ist der Pearl-Index sicherlich gut geeignet.

Die Sicherheit der meisten Methoden hängt ganz entscheidend von der richtigen Anwendung ab. Einige Methoden erfordern sehr viel Selbstdisziplin und einen geregelten Tagesablauf, wie etwa die Temperatur-Methode, aber auch die Minipille. Ursache des Versagens von Verhütungsmethoden sind meist Anwendungsfehler.

Natürliche Methoden

Bei den Natürlichen Methoden der Empfängnisverhütung werden die fruchtbaren beziehungsweise unfruchtbaren Tage im Zyklus der Frau bestimmt, um so ungeschützten Geschlechtsverkehr während der unfruchtbaren Tage haben zu können. Während der fruchtbaren Tage wird der Geschlechtsverkehr eingestellt oder durch andere Methoden, beispielsweise mechanische, ersetzt.

Die natürlichen Methoden müssen durch die Frau angewendet werden, da ein gesunder, zeugungsfähiger Mann immer prinzipiell fruchtbar ist. Die einzige natürliche Methode, die durch den Mann angewandt werden kann, ist die des Coitus interruptus, der nicht als sicher bezeichnet werden kann.

Die Bestimmung der unfruchtbaren Zeit kann mittels einer der Methoden der natürlichen Familienplanung erfolgen.

Die Mondphasen-Methode, auch Lunazeption genannt, kann dagegen nur als Kuriosität gewertet werden.

Mechanische Methoden

Die mechanischen Methoden der Empfängnisverhütung haben zum Ziel den Kontakt von männlichem Sperma und weiblicher Eizelle unabhängig von fruchtbaren oder unfruchtbaren Tagen zu verhindern.

Kondom und Femidom sind die einzigen Verhütungsmittel, die vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen (z.B. HIV bzw. AIDS) und deshalb evtl. zusätzlich zu anderen Verhütungsmitteln zum Erreichen des Ziels einer hohen Sicherheit - in diesem Fall aber vor Ansteckungen - verwendet werden.

Hormonelle Verhütung

Hormonelle Verhütungsmethoden verhindern die Einnistung einer entstandenen Zygote in die Gebärmutter und/oder die Entstehung einer Eizelle (Verhinderung des Eisprunges). Die für die Verhütung der Frau am häufigsten eingesetzten Hormone sind Östrogene, Gestagene und/oder Progesteron.

Aktuell sind aber keine hormonellen Verhütungsmittel für den Mann erhältlich. Wissenschaftler in China gaben 1979 bekannt, die "Pille für den Mann" erfolgreich entwickelt zu haben. Die Verhütungsmittel sollen als Wirkstoff ein Extrakt der Baumwollpflanze enthalten. Auch sind für ein Testosteron-Implantat in Kombination mit Dreimonatsspritze (Progesteron) erste erfolgreiche Tests sind gelaufen.

Das Problem bei der hormonellen Verhütung für den Mann ist, dass die kontinuierliche Spermienproduktion des Mannes genauso dauerhaft unterdrückt werden muss. Dies erfordert eine viel höhere Dosis an Hormonen und bewirkt dadurch auch eine wesentlich stärkere Belastung des Körpers des Mannes durch Nebenwirkungen. Bei Frauen kann die Hormonmenge je nach Zeitpunkt im Zyklus variiert werden und so die Belastung deutlich verringert werden. In der männlichen Physiologie gibt es keinen natürlichen Mechanismus, durch den die Spermienproduktion zeitweise verhindert würde, während in der weiblichen Physiologie für die Dauer einer Schwangerschaft z.B. hormonell gesteuert keine weiteren Eizellen heranreifen. Diese bei Frauen bereits natürlicherweise vorhandene hormonelle Steuerung der Fruchtbarkeit macht es leichter, durch Hormongabe von außen einzugreifen.

Gemischte Wirkungsweise

Gemischte Methoden kombinieren mechanische Methoden (Durchwandern der Spermien durch die Gebärmutter) mit hormonellen Methoden (Einnistung der Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut).

Chemische Verhütungsmethoden

Chemische Verhütungsmethoden werden meistens als ergänzende Methoden zum Beispiel zusätzlich zum Pessar eingesetzt. Die Wirkung dieser Präparate liegt auf der zum einen auf dem Aufbau einer vor dem Muttermund liegenden mechanischen Barriere für die Spermien (ein zäher Schleim oder Schaum). Die zweite Wirkungsweise ist chemisch durch Spermizide zur Abtötung der Spermien und/oder dem Freisetzen von Säuren vor dem Muttermund zur Hemmung der Beweglichkeit der Spermien.

Chirurgische Methoden

Die chirurgische Methode der Sterilisation macht entweder den Mann oder die Frau durch eine Unterbrechung im Samenleiter (Mann) oder der Eileiter (Frau) dauerhaft unfruchtbar.

Statistik über die Verhütungsmethoden

Laut Statistik verhüten in Deutschland 54 Prozent mit der Pille, 13,5 Prozent mit der Spirale, 19 Prozent mit dem Kondom und knapp 7 Prozent mit Sterilisation. Nur rund 6,5 Prozent wählen andere Methoden. Aufgrund der neuen Produkte wird sich dieses Verhältnis wahrscheinlich bald ändern, der Zuspruch des Nuva-Ringes ist beispielsweise sehr hoch.

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This article is licensed under the GNU Free Documentation License (www.gnu.org/copyleft/fdl.html). It uses material from the Wikipedia article "Empfaengnisverhuetung" (de.wikipedia.org/wiki/Empfängnisverhütung).


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